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Gemeinde Strašín

Informationen über die Gemeinde - Kurzbeschreibung
Lage:

Das Gemeindegebiet Strašín wird von einem Ring bewaldeter Gipfel des Böhmerwaldes gebildet: Javorník (1066 m), Žďánov (1065 m), Královský kámen (1059 m), Bergreichensteiner Bergland (928 m) mit der Karlsburg (Kašperk) und der vorzeitlichen Wallanlage Sedlo (902 m). Die nächste Stadt ist Bergreichenstein (Kašperské Hory) ist 8 km entfernt, Žichovice mit der Burg Rabí 13 km, die Stadt Schüttenhofen (Sušice) 17 km, die Stadt Strakonice 30 km, Stachy 15 km.

Das Gemeindegebiet Strašín mit den Ortschaften Zuklín, Maleč, Nahořánky und Věštín hat eine interessante Lage. Es erstreckt sich (in einem Höhenunterschied) zwischen 640 bis 900 m ü.M.


Das Tal von Strašín kann man zu recht unter die siedlungshistorisch ältesten Böhmerwaldregionen und dessen Vorgebirge einordnen. Die deutliche Abgrenzung ist durch das Waldmassiv der Berggruppe Žďánov und Javorník gegeben. Das hügelige Terrain des Bergreichensteiner Berglands mit der Burg Karlsburg (Kašperk) ist im Westen durch den dominanten Gipfel Sedlo (Bergjoch) geteilt. Javorník mit dem Zuklínbach und dem Nezdicebach bildet eine Naturgrenze des östlichen Grenzlandes des Böhmerwalds. In der Mitte der malerischen Szenerie befindet sich die architektonisch interessant plazierte Pfarrkirche der Jungfrau Maria Geburt, ein Wallfahrtsort. Sie beherrscht optisch die breite Umgebung mit den verstreuten Ortschaften und Einöden.

Geschichte :

Die Geschichte der Gemeinde ist eng und unzertrennlich mit der Geschichte der Kirche verbunden. Strašíns Pfarrkirche war zweifelsfrei vor dem Jahre 1254 gegründet, aus dem der erste schriftliche Vermerk über die Gemeinde stammt.
Am Anfang des 2. Jahrhunderts bauten Siedler kleine befestigte Burgstätte, die über das frühzeitige Interesse an dem hiesigen Land zeugen. Heute findet man hier nur die Reste dieser Befestigungen: in Raum Lazno, Ostružno, Zuklín, bei Malče, in Soběšice, Želenov und eine größere bei Cimic.
Trotz sämtlicher Bevölkerungsbewegungen, die aus der politischen und wirtschaftlichen Lage hervorgingen - die Nachkommen dieser alten Geschlechter besiedeln das Strašín-Tal bis heute. Die Bewohner dieser Böhmerwald-Enklave waren begabt und musikalisch. Das hat die Kultur des Landes beeinflusst, da die Mehrheit von ihnen mit großem Zirkus und verschiedenen Musikkapellen durchreist hat. So wurden sie auch „Weltbummler“ genannt.
Der Strašíner Landstrich ist ein anmutiges, interessantes Land, das um so anziehender wirkt, je besser es die Menschen kennen lernen. Ein Land, das mit Recht bewundert wird.
Die Symbole der Gemeinde Strašín: Wappen und Fahne, die die Symbolik der bedeutenden historischen Denkmäler verbindet:– die Pfarrkirche der ‚Jungfrau Maria Geburt’, achtkantiger Stern und die Kapelle der Heiligen Barbara - ein Turm mit Schwert mit einer Figur aus dem Wappen des Mäzens und Besitzers der Ortschaft, des Herren Půta Švihovský von Rýzmberk.

Infrastruktur :

Gegenwärtig leben in der Gemeinde dauerhaft 360 Einwohner. Dank ihrer Lage und der Bedeutung hat Strašín die Funktion eines zentralen Ortes. Der Ort ist Sitz eines Gemeindeamt mit Standesamt. Er verfügt über weitere zentralörtliche Einrichtungen wie Grundschule (gegründet 1677), Kindergarten, Fachärztezentrum (gegründet 1901), Erste-Hilfe-Bereitschaftsdienst mit Krankenwagen, Apotheke, Postamt und Pfarramt. Es gibt hier einen Lebensmittelladen, einen Frisörladen, eine Kfz-Werkstatt, ein Hotel, ein Gasthaus und zwei Sägewerke.
Ein Teil ds Lebens auf dem Land war im Böhmerwald stets auch das gesellschaftliche und kulturelle Geschehen. Der Laienverein Kollár wirkt hier seit dem Jahre 1903, der Imkerverein seit 1933, der Jägerverein seit 1950, die Bücherei besteht seit 1885 in der Gemeinde. Am bedeutendsten und mit ihrer Aktivität über den Rahmen der Gemeinde hinausragend ist die hiesige freiwillige Feuerwehr. Sie wurde 1903 gegründet, gegenwärtig hat sie 67 Mitglieder. Eine Bereitschaftstruppe im Rahmen der flächendeckenden Verteilung von Einsatzkräften und –mitteln wurde in das Rettungssystem des Landkreises Pilsen integriert.

Sehenswürdigkeiten :

● Strašíns Kirche ‚Jungfrau Maria Geburt’, Pfarr- und Wallfahrtskirche; gehört zu den ältesten Kirchen des Böhmerwalds; gegründet vor dem Jahre 1254, in dem das Plebiszit Strašíns erwähnt wurde. Ursprünglich romanisch-gotischer Bau. Im Jahre 1347, währen der Herrschaft Karl IV., wird die Kirche bereits als Pfarr- und Wallfahrtskirche eingeführt. 1736-39 umgebaut in die heutige Barockform. Denkmalgeschütztes Objekt, das auf dem bewaldeten Hügel Hůrka in der Landschaft dominiert. In nächster Umgebung wurden erhaltene Befestigungsteile, wahrscheinlich aus der späten Gotik festgestellt. Eine alte Legende erzählt über die Erscheinung der Jungfrau Maria auf dem Felsen hinter der Kirche und über das Wunderwasser, das dem Felsen entronnen ist.

In dem Kirchenareal befinden sich die denkmalgeschützte Bauwerke:

● Skt.-Barbara-Kapelle, Barockbau mit dem Altar der heiligen Barbara.
● Martersäule aus Stein vor dem Pfarrhaus mit der eingehauenen Jahreszahl 1768.

● Brunnen auf dem Dorfplatz von Strašín, ein Kulturdenkmal. In der steinernen Fontäne eingehauen die Jahreszahl 1853. Ein uraltes „Pilgerkreuz“ aus Gusseisen und zwei denkwürdige „Freiheitslinden“, die im Jahr 1919 eingepflanzt wurden, ergänzen harmonisch das steile Terrain des Dorfplatzes. Unter dem Brunnen steht ein Fachwerkhäuschen, ein Kulturdenkmal genannt „Rathaus“, wahrscheinlich das Rathaus von Strašín aus längst vergangener Zeit, mit einer ursprünglichen „schwarzen Küche“.
● Denkmal der gefallenen Helden aus den Jahren 1914-1918, gebaut nach dem Entwurf des akademischen Bildhauers Emanuel Kodet, plaziert auf der höher liegenden Terrasse vor dem Ärztehaus, dem Gemeindehaus und dem Einkaufsladen, bildet die heutige Dominante der Gemeinde Strašín.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören:

● Skt. Anna Kapelle in Maleč, bemerkenswert durch die Jahreszahl auf dem ursprünglichen Glockenturm aus dem Jahre 1770 und auch durch den ungewöhnlichen Eingang in die Kapelle von Osten her. Unweit der Maleč-Kapelle steht eine denkwürdige, uralte Linde, ein Naturschutzdenkmal. Laut der Chronik ist sie über 600 Jahre alt.
● Kapelle der Jungfrau Maria Bolestná in Nahořánky beschattet von einer ebenso denkwürdigen Linde, erbaut 1854 vom Bauer Kašák, dem angeblich im Traum seine verstorbene Frau erschienen war und von ihm verlangt hatte, die Kapelle bauen und die Linde pflanzen zu lassen. Das Kreuz vor der Kapelle ist mit 1831 datiert.
● Věštín-Kapelle mit einer interessanten Legende, die an den Bau der Strašíner Kirche anknüpft, sie steht inmitten der Äcker, unweit der altertümlichen Ortschaft Věštín.

● Glockenturm in Zuklín aus gezimmerten Holzbalken, gegenüber der ehemaligen Zuklín-Festung erinnert an uralte Zeiten. Er war für die, in der rauen Natur lebenden Leute das einzige Bindeglied mit der Umgebung und auch Gegenstand des Glaubens, auf dass die himmlische Macht den bittenden Klang der Glocke erhört.

● Strašíns Grotte, Naturdenkmal mit kleinen Seen und Gängen mit einer Gesamtlänge von ca. 200 m, sie ist die größte Höhle in der Kalksteinregion von Sušice (Schüttenhofen) und Strakonice. Für die Öffentlichkeit bisher unzugänglich.
● Burgstätte in Výšky im Raum Lazno, historisches Gebiet aus dem 13.Jahrhundert, das mit dem das Landschaftsschutzgebiet von Frosthängen (Mrázvé srázy) natürlich ineinander fließt.
● Burgruinen bei Maleč. Bisher wurde bestätigt, dass hier nach dem Grundriss und seiner Charakteristik nach ein mittelalterliches Objekt stand.

Der Böhmerwald Schriftsteller Karel Klostermann schrieb unter anderem auch Romane und Erzählungen aus der Strašíner Gegend: „Gasthaus“ („Hostinný dům“), in diesem Gebäude Nr. 16 ist Gemeindeamt, Standesamt, Kulturhaus, Apotheke, Postamt, Bücherei und Frisörladen). Weiter ist es die Erzählung „Nioba aus Malče“, „Hühnerkrieg“ („Slepičí vojna“), „Für treue Dienste“ („Za věrné služby“, „Schuss im Wald“ („Výstřel v lese“) und andere.

Im Strašíner Pfarrhaus wirkte 1970-1995 ein Geistlicher und Dichter des Böhmerwalds, F.D. Merth. Er schrieb lyrische Poesie. Seine poetischen Werke sind denkwürdig. 1995 wurde ihm der J.Zahradníčka-Preis verliehen. Er starb im Strašíner Pfarrhaus.

In Strašín wird jährlich, am 8.September, Feiertag der Jungfrau Maria Geburt, die traditionelle „Große Kirchweih“ („Velká pouť“) veranstaltet. Sie findet immer am zweiten Sonntag des Monats September statt. Des Weiteren findet am Osternmontag eine bedeutende Pilgerfahrt statt.

Öffentliche Tagungen der Gemeindevertreter: jeweils am zweiten Dienstag im Monat. Vierteljährlich wird vom Gemeindeamt der ‚Staršíner Berichterstatter’ herausgegeben.